Nun kehre ich nochmal zurück. In den letzten Tagen habe ich Nachrichten verfolgt, wie selten und die Homepage der Tagesschau zu schätzen gelernt wie nie zuvor. Auf einmal haben Nachrichten eine ganz andere Bedeutung, weil ich einen persönlichen Bezug habe. Die Bilder, die ich aus Kenia sehe, tun sehr weh. Sie treffen mich zutiefst. Es ist nicht vorwiegend die Tatsache, dass ich unendlich dankbar bin, im sicheren Deutschland zu sein und die Dinge nicht mit eigenen Augen sehen zu müssen, sondern vielmehr berührt mich, dass tote Menschen auf Straßen liegen auf denen ich 2 Monate zuvor selbst gegangen bin. Auf einmal sind das nicht irgendwelche Meldungen von irgendwelchen Orten, irgendwo auf der Welt, sondern das sind Nachrichten aus der Nachbarschaft. Mir wird bewusst, wie labil so ein politisches System sein kann, auch wenn es noch so stabil aussieht. Wie schnell Unzufriedenheit, bittere Armut, Chancenungleichheit und Unterdrückung in Gewalt umschlägt, das sehe ich nun und verknüpfe es mit Dingen die ich erlebt habe. Den Menschen, die ich in Kenia kenne, scheint es gut zu gehen, aber angesichts der Tatsache, dass niemand weiß wie sich die Dinge weiterentwickeln werden, ist wohl auch das nicht sicher. Denn in diesem labilen System kann ein kaputtes Zahnrad die ganze Maschine zum Stillstand bringen. Wenn die Unruhen nicht bald aufhören und ein sowohl politischer wie gesellschaftlicher Weg aus der Krise gefunden wird, dann wird Kenia um Jahrzente zurückgeworfen. Die Menschen, die eh schon nichts haben, schlagen sich auch das noch entzwei. Zwischen eigentlich nicht entzweiten Volksgruppen entsteht ein Graben, dessen Überwindung viel Zeit und Kraft benötigen wird, die eigentlich für wirkliche Fortschritte genutzt werden könnte und müsste. Und der Wirtschaft, die in Kenia einigermaßen stabil aussah und Hoffnung machen konnte, wird der Hahn abgedreht. Denn in den nächsten Jahren würde der Tourismus versiegen und die Investitionen, die in ein destabilisiertes Land fließen würden wohl zurückgehen. Das bedeutet mehr Armut, mehr Hunger, mehr, mehr und mehr. Und das alles findet statt an Orten, an denen ich war. In meiner geistigen Nachbarschaft.
Das trifft!!!
0 Antworten bis hierher ↓
Bis jetzt noch kein Kommentar ... Bring die Sache ins Rollen, und füll das untere Formular aus.