Naitobi

Wo bleibt mein Kopf?

8 Oktober, 2007 · Kommentar schreiben

Nun ja, nun bin ich seit einer Woche wieder im Alltag, der sich zunächst garnicht so sehr als Alltag erwiesen hat. Das Heimkehren ist wohl ebenso schwer wie das wegfahren und so hatte und habe ich wirklich mit Deutschland und Osnabrück zu kämpfen. Auf der einen Seite lebt von nun an ein kleiner pessimistischer Globalisierungskritiker in mir, der ständig Sachen sagt wie: „Wie könnt ihr Euch darüber Gedanken machen“ oder „Hey, es gibt Menschen, denen geht es viel schlechter, freut Euch an dem was ihr habt“ Das Problem ist, das ich solche Menschen zwar immer respektiert aber nie wirklich gemocht habe. Nun ja nun muss ich mit einem solchen Männchen mein Hirn teilen. Ich will mir ja auch bewusst bleiben, dass es wirkliche Armut gibt und das es wichtigere Probleme als 50 Minuten Verspätung des ICE Düsseldorf-Berlin gibt, aber ich will auch verstehen können wenn sich jemand darüber ärgert oder sauer wird.

Der andere Aspekt, der meine Heimkehr nicht so einfach gestaltet, ist das Gefühl, dass ich zwei Monate lang meinen geistigen Rucksack mit Eindrücken, Bilder, Geschichten und Erlebnissen vollgestopft habe und nun langsam beginne die Sachen auszupacken. Ich rede darüber, dass ich dieses und jenes erlebt habe und dann kommen mir Bilder in den Sinn oder Sätze, die mich das alles nochmal erleben lassen. Das ist manchmal ganz schön viel. Naja so ist das eben wenn man Heimkommt. Ich werde jetzt mal losgehen und mich zu meinen neuen Freunden gesellen, die sich in der von mir gegründeten Selbsthilfegruppe „Ich bin wieder da, mein Kopf kommt später“ zusammengefunden haben.

Kategorien: "Heim"kehr

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