MMhh, nun sind meine letzten Stunden in Naitobi angebrochen und ich weiss nun gar nicht wie ich mich fuehle. Ich freue mich natuerlich schon auf die Menschen zu Hause, einige Dinge und sehne mich nach einem Kuehlschrank (Tuer auf, Milch raus, Tuer zu). Ausserdem werde ich mich wohl erstmal eine Stunde vor die Dusche stellen und einfach nur von heiss nach kalt und umgekehrt wechseln und es unbegreiflich finden, dass das so einfach geht. Aber Kenia bzw. Nairobi wird mir auch fehlen, kleine Rituale die ich lieb gewonnen habe, wie das Schreiben dieses Blogs, der Gang ins Internetcafe, die leckeren Bananen, die man wunderbar im Gehen verdruecken kann, ganz zu schweigen von den Menschen, die ich hier lieb gewonnen habe. Ich hoffe, ich kann mir ein wenig der hier gewonnenen Gelassenheit bewahren, die einfach manchmal kraftsparend ist, weil man sich nicht gleich ueber alles so aufregt, sondern manchmal einfach aktzeptiert (beispielsweise, dass es kein heisses Wasser gibt oder dass das Matatu jetzt eben ne Stunde im Stau steht). Ebenso wuensche ich mir, dass ich meine Offenheit Menschen gegenueber bewahren kann. Diese Offenheit, die sich hier ein bisschen auch zum Prinzip entwickelt hat. Also keine Scheu zu haben , Menschen anzusprechen, ihnen zu vertrauen und mit ihnen Zusammenzuarbeiten. Sicher zahlt man manchmal einen Preis, weil diese Offenheit ausgenutzt wird, aber unter dem Strich ist meine Rechnung hier weit im Plus, wenn man denn eine solche Rechnung wirklich aufmachen will und kann. Ich haette so viele Dinge nicht gesehen, nicht erlebt, um genau zu sein, waere ich nicht einmal hierher gelangt, wenn ich nicht offen gewesen waere und mich in fremde Haende begeben haette.
Gedanken und Ansichten haben sich hier zu wirklichen Prinzipien ausgeweitet. Mir war immer bewusst, dass ich Menschen auh wie Menschen behandeln will. Mir ist nun aber irgendwie klar geworden, dass es in diesem Punkt keine Kompromisse fuer mich gibt. Auch wenn es der Kultur nicht entspricht Bedienstete freundlich zu behandeln, werde ich das doch tun und wenn es tatsaechlich besser „funktionieren“ sollte bettelnde Kinder und Beachboys zu ignorieren, als ihnen 10 Mal „No“ oder „Thanks“ zu sagen, dann versuche ich dennoh sie zu beachten.
Es gibt sicher noch 1000 Dinge, die mir bewusst werden, wenn ich weiter Nachdenke und wenn ich in Deutschland bin, dann werden mir sicher noch mehr Sachen klar werden, was ich aus diesem Aufenthalt mitnehmen werde und was ich hier gelernt habe.
Ich melde mich erstmal ab und linke mich in Deutschland wieder ins High Speed Internet ein!!!