Naitobi

Nairobi Hospital

23 September, 2007 · Kommentar schreiben

Hi, eigentlich sollte ich jetzt ja gerade von Rhinos und Hippos umringt durch den Nationalpark „Hell’s Gate“ wandern oder eine Runde um den Vulkan von Mount Longonott drehen. Naja, man koennte sagen, dass das nicht so gut geklappt hat. Wir hatten uns gestern morgen richtung Naivasha aufgemacht und eben noch ein bisschen was von Kenia zu sehen. Als wir dort angekommen waren und im oertlichen YMCA unsere Huette bezogen haben, wanderten wir ein wenig durch die Gegend und wollten eine Boottour ueber den Lake Naivasha machen, wo man angeblich Nilpferde zu gesicht bekommen haette.

Kurz bevor dann aber das Boot besteigen wollten, wurde deutlich, dass eins von den beiden jungen Frauen, die mit denen ich zusammen unterwegs war, ein ernsthaftes gesundheitliches Problem hatte. Wir haben dann eine Zeit abgewartet und gehofft, dass eine baldige BEsserung eintreten wuerde. Wieder ein Plan der auf die Liste: „nicht geklappt“ hinzugefuegt werden kann. Naja ihr ging es schlechter und schlechter und wir diskutierten lange herum, was nun zu tun sei. Letztenendes haben dann ich und die Claudia ein Machtwort gesprochen und sind mit Christina wieder nach Nairobi gefahren, mit dem Taxi. Dort angekommen haben wir uns dann ins Nairobi Hospital eingebucht. Das ist das Krankenhaus, wo alle Mzungus und die anderen Reichen ;) hingehen. Wir mussten dann fuer die erste Konzultation 900 Schilling (= 11 Euro= 20% eines normalen Monatseinkommens) bezahelen. Christina wurde dann in „Observation“ genommen und an einen Monitor angeschlossen, Fierber gemessen und Tests auf Malaria, Typhus, andere Infektionen, wie Salmonellen etc.  gemacht, diese kosteten nochmal ca. 4000 KSh (= 44 Euro 75% eines Arbeiterlohnes). Nachdem wir dann ca. 3 1/2 Stunden auf die Ergebnisse gewartet haben, die eigentlich ne Stunde dauern sollten, wussten wir, dass sie weder Malaria noch Salmonellenvergiftung hatte, auch Typhus und aehnliches konnten wir bzw. die Aerzte ausschliessen. Also ENTWARNUNG auf ganzer Linie. Christina wurde dann gegen 12 Uhr in der Nacht entlassen und bekam Medikamente im Wert von 2000KSh veschrieben. Wir machten uns dann auf den Weg ins YMCA, weil Christina wir Christina nicht allein lassen wollten, weil der Weg der kuerzeste war und wir demnach die Taxikosten, die wir sonst fuer ihren Heimweg investiert haetten in die Unterkunft gesteckt haetten. Die ganze Aktion hat also ca. 11 000 KSh gekostet, wenn man die Taxifahrt als Rettungswagenfahrt einrechnet. Ich glaube sowohl wir, Christina, als auch ihre Eltern, finden, dass jeder Cent richtig investiert war. Schoen wenn man es hat!!!!

Kategorien: der Kopf kommt an

Mimik

23 September, 2007 · Kommentar schreiben

In den letzten 7 Wochen habe ich glaube ich mehr ueber Mimik und Gestik gelernt als jemals zuvor. Jeden Tag, wenn ich durch die Strassen gehe, schauen mich Menschen an und schon da beginnen sich grosse Unterschiede auzuzeigen. EInige Menschen schauen mich an, weil ich natuerlich auffalle: Weiss und Blond. Aber es gibt dann Menschen, die Starren regelrecht und koennen ihren Blick nicht von mir lassen und dann gibt es wieder andere, die Blicke durch bestimmte mimische Bewegungen ergaenzen: Sie ziehen die Augenbrauen hoch nicken auffordernd mit dem Kopf. Diese Auffordernden Mimiken gehen dann oft fliessend ueber mit Ansprachen: „Jambo“ oder auch immer gern durch ein „My Friend“ oder „Brother“ ergaenzt. Natuerlich hoere ich am Tag ca. 70 mal „Taxi“ begleitet von einer einladend, lockenden Kopfbewegung. Lustig ist die Frage „Maybe Taxi“, denn die Anwort „Maybe not“ wurde eher grummelnd hingenommen.

Ich werde staendig angelaechelt und wenn ich zu viel zuruecklaechele, dann habe ich gleich einen „Friend“ oder „Brother“ an meiner Seite, der mit mit mal ein bisschen ueber das Buisness plauschen moechte. Ich muss hier oft wirklich arrogant wirken, auch wenn ich auch dem 15 Taxifahrer noch eine Reaktion entgegenbringe und sei es nur ein Kopfschuetteln.

Manchmal, leider wirklich selten, findet mal mal so richtige Lacher oder Laechler, der offenen Art. Fast immer sind es  Kinder und Muetter dieser Kinder. Die Kinder, die mich mit grossen Augen ansehen, weil sie einfach verwundert sind ueber das was sie sehen und wenn ich dann ehrlich und offen zureckstaune oder laechele, also so, dass das das ganze Gesicht laechelt, dann lachen sie zurueck und die Mutter haeufig auch, obwohl ich sie nicht kenne. Sie ist nicht meine „Sister“ und meine „Friend“ ist sie auch nicht und nichtmal ein Taxi hat sie.

Kategorien: Leben in Nairobi