Hi, eigentlich sollte ich jetzt ja gerade von Rhinos und Hippos umringt durch den Nationalpark „Hell’s Gate“ wandern oder eine Runde um den Vulkan von Mount Longonott drehen. Naja, man koennte sagen, dass das nicht so gut geklappt hat. Wir hatten uns gestern morgen richtung Naivasha aufgemacht und eben noch ein bisschen was von Kenia zu sehen. Als wir dort angekommen waren und im oertlichen YMCA unsere Huette bezogen haben, wanderten wir ein wenig durch die Gegend und wollten eine Boottour ueber den Lake Naivasha machen, wo man angeblich Nilpferde zu gesicht bekommen haette.
Kurz bevor dann aber das Boot besteigen wollten, wurde deutlich, dass eins von den beiden jungen Frauen, die mit denen ich zusammen unterwegs war, ein ernsthaftes gesundheitliches Problem hatte. Wir haben dann eine Zeit abgewartet und gehofft, dass eine baldige BEsserung eintreten wuerde. Wieder ein Plan der auf die Liste: „nicht geklappt“ hinzugefuegt werden kann. Naja ihr ging es schlechter und schlechter und wir diskutierten lange herum, was nun zu tun sei. Letztenendes haben dann ich und die Claudia ein Machtwort gesprochen und sind mit Christina wieder nach Nairobi gefahren, mit dem Taxi. Dort angekommen haben wir uns dann ins Nairobi Hospital eingebucht. Das ist das Krankenhaus, wo alle Mzungus und die anderen Reichen
hingehen. Wir mussten dann fuer die erste Konzultation 900 Schilling (= 11 Euro= 20% eines normalen Monatseinkommens) bezahelen. Christina wurde dann in „Observation“ genommen und an einen Monitor angeschlossen, Fierber gemessen und Tests auf Malaria, Typhus, andere Infektionen, wie Salmonellen etc. gemacht, diese kosteten nochmal ca. 4000 KSh (= 44 Euro 75% eines Arbeiterlohnes). Nachdem wir dann ca. 3 1/2 Stunden auf die Ergebnisse gewartet haben, die eigentlich ne Stunde dauern sollten, wussten wir, dass sie weder Malaria noch Salmonellenvergiftung hatte, auch Typhus und aehnliches konnten wir bzw. die Aerzte ausschliessen. Also ENTWARNUNG auf ganzer Linie. Christina wurde dann gegen 12 Uhr in der Nacht entlassen und bekam Medikamente im Wert von 2000KSh veschrieben. Wir machten uns dann auf den Weg ins YMCA, weil Christina wir Christina nicht allein lassen wollten, weil der Weg der kuerzeste war und wir demnach die Taxikosten, die wir sonst fuer ihren Heimweg investiert haetten in die Unterkunft gesteckt haetten. Die ganze Aktion hat also ca. 11 000 KSh gekostet, wenn man die Taxifahrt als Rettungswagenfahrt einrechnet. Ich glaube sowohl wir, Christina, als auch ihre Eltern, finden, dass jeder Cent richtig investiert war. Schoen wenn man es hat!!!!