Naitobi

Nairobi overload

20 September, 2007 · Kommentar schreiben

Manchmal ist dann alles zu viel und das dann noch auf einmal! Gestern morgen hat neben mir eine Schiesserei im Zuge eines Bankueberfalles  stattgefunden. 20 Meter neben mir wurden Maschinengewehrsalven abgefeuert und bevor ich wusste, was passierte lag ich auch schon auf dem Boden, so wie alle anderen MEnschen um mich herum und wir robbten hinter einen LKW um Deckung zu suchen. Ueberrascht war ich, wie schnell man und auch ich wieder in den Alltag uebergingen: Nach fuenf Minuten steht man auf und geht weiter.

Danach hatte ich wieder eine weitere typische Kenia Erfahrung. Termine werden nicht eingehalten, persoenliche Grenzen ueberschritten bzw. nicht beachtet und dann durfte ich mich auch nochmal als Cash-Cow fuehlen. Mal wieder irgendwo vorgstellt worden und irgendwann die Frage, was ich denn nun tun koennte, bzw. immer die unterschwelligen Hinweise darauf, dass ich ja wirklich etwas veraendern koennte.

Nach diesem Tag hatte ich den Kaffee wirklich auf. Gut das man dann ins Bett geht und der Tag irgendwann zu Ende ist.

Kategorien: Denksnacks · Leben in Nairobi

Interkulturelles

20 September, 2007 · Kommentar schreiben

Gestern waren wir, zwei Deutsche, ein Oesterreicher ud ich, gemeinsam Essen, weil der Oesterreicher gestern abgereist ist und nun wieder in der Alpenrepublik verweilen wird. Er war wirklich froh wieder nach Hause zu kommen, auch wenn er, wie er sagte, gern noch mehr sehen wuerde. Nun ja. Das ist wohl fast normal, denn mit jedem Tag an dem ich hier Dinge sehe und erfahere, realiziere ich auch wieder Sachen, die ich noch nicht gesehen habe. Und es waere ja nicht gut zu gehen und das Gefuehl zu haben, alles gesehen, erlebt und erfahren zu haben. Wir haben uns  etwas ausgestauscht und erforscht, was uns am meisten beeindruckt, beschaeftigt und ueberrascht hat waehrend unsererZeit in Kenia. Dabei kamen natuerlich viele Dinge zusammen. Was aber auffallend war, dass wir alle in einem Punkt einer Meinung waren. Abgesehen von der sehr intensiven Zeit und den vielen Eindruecken, die wir mitnehmen werden, haben wir hier auch alle Situation erfahren, in denen wir respektlos und achtunglos  behandelt wurden, wie noch niemals zuvor. Wir konnten fast alle von Tischgespraechen berichten bei denen man sich ,offensichtlich ueber uns, auf Swaheli unterhielt oder sind auf Situationen gestossen, in denen man das Gefuehl hatte die eigene Anwesenheit sei voellig irrelevant. Auch ist eine gewisse ablehnende Haltung gegenueber den  „Weissen“ zu berichten gewesen. Ich habe darueber noch etwas nachgedacht und mir ist daraufhin nochmal bewusst geworden, wie wichtig interkulturelle Kompetenzen sind.  Man muss sich immer auch sich selbst ein wenig umstellen, wenn man mit „Fremden“ zu tun hat und muss einen Schritt aus seiner alltaeglichen Kultur herausmachen. 

Ich kann mich  im Beisein meines Gastes eben nicht ganz normal in meiner Alltagssprache unterhalten, sondern muss mich auf ihn einstellen, immer ein wenig auf ihn zuzugehen. Das kostet auch Zeit und Kraft und erfordert eben die Bereitschaft aller Beteiligten, aufeinander zuzugehen.Vielleicht sind wir in Europa darin irgendwie megr geuebt oder es ist ein Rest von der schwer belasteten GEschichte zwischen Europa und Afrika, was zu diesen oben beschriebenen Eindruecken fuehrt (Im Sinne von : Ihr habt uns so lange schlecht behandelt, warum sollen wir jetzt grossartig auf Euch zugehen?). Aber schade ist es, dass dann sowas haengen bleibt und den Eindruck einer solchen Reise trueben.

Kategorien: der Kopf kommt an