Naitobi

Phuket

18 September, 2007 · 2 Kommentare

Ich sitze gerade im Internetcafe und lese, dass ein Deutscher unter den Opfern der Flugzeugabsturzes ist und die englischen Zeitungen, die auf der Strasse verkauft werden, schreiben, dass viele Briten unter den Opfern sind.

Macht das einen Unterschied? Ist das irgendwie von Bedeutung, wo die Opfer herkommen? Ist mir ein ein deutsches Opfer naeher als ein britisches, ein kenianisches oder ein thailaendisches. Ist es fuer mich nicht interessanter wenn hier von 3 Toten durch einen Matatuunfall gesprochen wird? Aber ich horche schon auf, wenn von deutschen Toten gesprochen wird, aber einen wirklichen Unterschied macht das nicht. Komisch, das einem sowas immer nur auffaellt, wenn man etwas Distanz gewinnt.

In diesem Sinne:

„Ein Deutscher sitzt in Nairobi und schreibt einen Blog“

Kategorien: Denksnacks

Schuhe putzen

18 September, 2007 · 2 Kommentare

Auf dem Weg zum Buero komme ich jeden Tag an einem grossen Shopping Center vorbei. Vor diesem Center stehen Kabinen in denen junge Maenner gegen eine geringe Gebuehr ihre Schuhputzkuenste anbieten. Kuenste ist hier das richtige Wort, denn sie benutzen ettliche unterschiedliche Buersten, Tuecher und Cremes.  Ich habe mich zu Beginn meines Aufenthaltes sehr darueber gewundert und dachte oft, dass das schon irgendwie komisch sein muss, wenn jemand vor mir kniet und mir die Schuhe putzt. Ich kam nun aber von Tag zu Tag dort vorbei und sah, dass dort fast immer Leute in den Kabinen sassen, die diese Dienstleistung in Anspruch nahmen. Einen dieser Leute fragte ich dann mal nach dem Preis, dieser betrug seiner Aussage nach ca. 50 Cent.

Ich geriet nun jeden Tag ein wenig m,her in Bedraengnis, weil meine Schuhe wirklich etwas Pflege noetig hatten. Ich bin ettliche Male durch Regen, Wind und Wetter, Schlam und Slum gelaufen und somit waren sie nicht nur unansehlich, sondern dass Leder war wirklich strapaziert. Ich habe dann lange herumueberlegt und mich mit diesen Schuhen “herumgequaelt”. Vor zwei Wochen stand dann der Termin im Parlament an und da musste etwas passieren, weil ordentliche Kleidung ausdruecklich erwuenscht war. Ich habe dann irgendwann aufgehoert Zahlen zu schieben und habe mich einfach in die Kabine gesetzt. Ein komisches Gefuehl war das schon, aber besser haette das Geld nicht angelegt sein koennen. Die Schuhe haben eine Pflege erfahren, die ich ihnen niemals haette bieten koennen. Das Gefuehl bleibt dennoch komisch, aber was hat irgendwer davon, wenn ich mir Schuhcreme, Tuch und Buerste kaufe, um meine Schuhe selber zu putzen, damit ich dann ein besseres Gefuehl habe. Und am Ende meines Aufenthaltes weiss ich nicht wohin ich mit den Sachen soll und womoeglich wandern sie dann in den Muell. Vielleicht rede ich mir das ja auch nur schoen und ich verspreche in Deutschland putze ich dann wieder selbst meine Schuhe.

 

Kategorien: der Kopf kommt an