Naitobi

Verantwortung

16 September, 2007 · Kommentar schreiben

Ich habe hier in den letzten Wochen wahnsinnig grosses Elend gesehen. Dinge, die man nicht vergessen wird und kann. Und all diese Dinge rufen Fragen in mir hervor, darueber, wie ich damit umgehen werde, wenn ich wieder daheim sein werde und auch hier gerate ich haeufig ins Gruebeln, wenn ich in einem Kaffeeladen sitze, meinen „House Coffee“ trinke und um mich herum nur weisse Menschen sind und ich und die anderen weissen Menschen werden „bewacht“ von einem schwarzen Securityguard. So ganz richtig ist das alles nicht. Und wenn ich an mein Leben zu Hause denke, so ist das auch nicht gerecht. Ich habe lange gegruebelt, wie ich damit umgehen soll und will und wie ich das Handhaben soll, hier und zu Hause in Deutschland. Meine Meinung dazu ist immer noch nicht eindeutig, aber ich denke, ich will das was ich hier gesehen und erlebt habe nicht vergessen. Auf der anderen Seite kann ich ja hier nicht und zu Hause schon garnicht Armut imitieren, damit ich nicht besser Lebe als es andere Menschen auf der Welt tuen. Ich moechte gerne die Verantwortung in meinem Bewusstsein bewahren. Also dass unser Wohlstand auch eine Verantwortung mit sich bringt fuer weniger Previligierte Menschen, ihnen zu helfen und irgendwie etwas beizutragen, damit sich hier etwas verbessert. Ich glaube Verantwortung ist in diesem Zusammenhang wirklich das Schluesselwort.  Es hilft ja niemandem, wenn ich daheim von Brot und Wasser lebe. Aber ich kann Menschen meine Eindruecke weitergeben, kann sie animieren, sich zu engagieren und sich mit der Thematik zu Beschaeftigen. Ich kann Menschen darauf aufmerksam machen, dass wir in einer Welt Leben und dass diese Menschen zwar weit entfernt sind, dass sie aber dennoch da sind.

Daraus resultiert auch, dass ich etwas  von der Gelassenheit bewahren meochte, die ich hier gewonnen habe. Einfach manchmal mit weniger zufrieden zu sein bzw. mit dem was man hat: „Vor mir steht Brot und Marmelade, warum muss sollte ich jetzt ueber den fehlenden Kaese maulen. Viel mehr habe ich davon die Marmelade zu essen und sie mir schmecken zu lassen“ (Immer gelingt mir das natuerlich auch nicht, sich die eiskalte Dusche warm zu reden bedarf schon viel posiven Denkens, aber es gelingt dennoch manchmal.  Ich bin mir zu Hause oftmals nicht bewusst, was ich alles habe, in welch grossem Wohlstand ich lebe. Ich muss mich dessen nicht schaemen, dass habe ich ja schon gesagt, nur kann man durchaus mit dem was man hat zufrieden sein, sich mal zuruecklehnen und auf das schauen was einen umgibt.

Und morgen versuche ich mal wieder was Lustiges  zu schreiben

Kategorien: der Kopf kommt an