Naitobi

kein Reisefuehrer

13 September, 2007 · Kommentar schreiben

Ich kann an dieser Stelle nur sehr unzureichend wiedergeben, was ich in den letzten 5 Tagen gesehen und erlebt habe.Ich koennte Reisefuehrer zitieren und Bilder von weissen Straenden und wunderbarem Meer malen, dass habt ihr aber alle schon tausendfach gelesen und ist warhscheinlich ebenso spannend, wie ein Diaabend, von der Tante, von der Schwester von der Freundin, die vor 4 Jahren mal einen Urlaub in der Lueneburger Heide gemacht hat. Also werde ich versuchen ein bisschen was zu erzahelen, was sonst so passiert. Warum ich das schreibe? Die Beobachtungen und Eindruecke, die widergebe, sind durchaus kritisch und nachdenklich, was aber nicht heisst, dass ich die Zeit dort nicht genossen haette. DAS HABE ICH, aber die AUgen schliessen wollte ich auch nicht. Das ist eigentlich eine Bemerkung, die fuer meinen gesamten Aufenthalt gilt. Ich sehe hier so viele Dinge und es ist nicht immer einfach, den Ausgleich zu finden, zwischen wunderbaren Momenten und erschreckenden Eindruecken.
 

Kategorien: der Kopf kommt an

freundlich bleiben

13 September, 2007 · Kommentar schreiben

Ich war ja letztes Wochenende in Mombasa und wir hatten die entfernte Hoffnung eventuell bei einem hier arbeitenden „Bekannten“ unterzukommen, der ein Haus in Diani Beach hat und dort auf jeden Fall ein paar Tage Urlaub machen wollte. Dieser Bekannte ist in Kenia aufgewachsen und hat hier sein Abitur gemacht. Er hatte noch einen Freund mitgebracht und zwei Maedels aus Deutschland waren auch noch dort. So richtig angemeldet haben wir uns bei ihm nicht und seine Begeisterung ueber unsere Anwesenheit hielt sich sehr in Grenzen. Dieser Umstand und die Tatsache, dass noch zwei weitere Damen aus Nairobi hinzukamen lies uns dann schnell zu dem Schluss kommen, dass es besser sei, wenn wir uns ein eigenes Haus (Cottage) mieten. Das taten wir dann auch, was wohl mit die beste Entscheidung dieses Wochenendes gewesen ist. Ich bin mir immer noch nicht ganz schluessig darueber, ob es irgendwas mit ihrer Vergangenheit (aufwachsen in einem fremden Land) zu tun hatte oder ob die beiden Typen einfach nur so furchtbare Zeitgenossen sind. Sie haben sich auf jeden Fall benommen wie die Axt im Walde. Ich habe mich beinahe bei jeder Gelegenheit, wo wir sie in der Strandbar oder im Restaurant erlebt haben geschaemt zu ihnen zu gehoeren (im Sinne von einen Tisch oder einen Platz teilen) Man begann mit dem Biertrinken um ca. 12 Uhr und hatte dann um 16 Uhr einen Pegel erreicht, der der eigenen Lautstaerke ziemlich nahe kam. Man konnte dann beobachten, wie kenianische Kellner kleingemacht und wie Dreck behandelt wurden. Ausserdem hatte einer der beiden auch immer eine Geschichte zu erzaehlen, die irgendwas mit Kugelhagel, Dauerfeuer, Krieg, Leichen oder Gewalt zu tun hatte. Dies war anfangs auch wirklich interessant, aber es wiederspricht jeder Wahrscheinlichkeit, dass einen Menschen all diese Kugeln, die man schon auf ihn abgefeuert hat, verfehlen koennen. Ansonsten konnte man von ihnen noch erfahren, dass auf ihren Grill kein „fucking-vegetarier-schwuchtel-Scheiss“ kommt. Wie gesagt keine angenehmen Zeitgenossen. Ich weiss nicht wieso und wahrscheinlich waere allein das eine Studie wert, aber ich moechte wirklich gerne mal wissen, ob ihre Persoenlichlkeit in irgendeiner Zusammenhang steht mit den Umstaenden in denen sie aufgewachsen sind. Mir sagte jemand, der die beiden kannte, dass man Bedienstete eben so behandele; wie Diener und das sie nicht gewohnt seien, dass man sich immer bedankt, laechlelt und freundlich ist. Ich weiss nicht wie man darueber denkt oder wie „man“ das macht, wenn man sein Leben lang Bedienstete um sich hatte und bedient worden ist, aber ich bin mir sicher, dass ich ein gewisses Mass an Respekt jedem Menschen entegegenbringen moechte. Ausserdem bin ich persoenlich froh, dass ich es nicht gewohnt bin, dass man mir meinen Apfel schaelt und mein Bett macht.

Beaengstigend ist das ganze dann, wenn man bedenkt, dass das Menschen sind, die hier Dauerhaft leben und somit auch ein Bild herstellen, dass man eventuell von uns Deutschen oder Weissen im Allgemeinen bekommen kann. Ich moechte eigentlich nicht, dass irgendwer solche Verhaltensweisen mit mir assoziert.

indischer Ozean

Kategorien: Leben in Nairobi