Naitobi

AM Strand

8 September, 2007 · 1 Kommentar

Bin bis Dienstag am Strand. Naitobi ist also unbewacht :)

Kategorien: der Kopf kommt an

Im Parlament

8 September, 2007 · Kommentar schreiben

Wir waren am Dienstag im Parlament, ich habe ueber die deutsche Botschaft anfragen lassen, ob da ein Besuch moeglich sei und dann war das eigentlich sehr unkompliziert, fast schon zu unkompliziert (denn meine Tasche hat niemand irgendwie kontrolliert).  Wir sind dann am Dienstag sehr freundlich von Erik, Public Relations Assistance (siehe Beitrag Hauptsache es steht was drauf), empfangen worden und wurde hochoffiziell gebeten erstmal einen Besucherausweis auszufuellen. Das taten wir auch brav, dabei sassen wir in dem sehr edel, englisch rustikal, wirkenden Parlamentscafe. Das wieder einmal ein Eindrucksvoller Beleg dafuer ist, wie krass die Unterschiede sind, die dies Stadt aufweist. Luxus hier-bittere Armut dort. Aber das die Parlamentarier nicht auf Holzbaenken essen ist auch klar. Wir wurden danach in den Sitzungsraum gefuehrt und angewiesen, sitzenzubleiben, uns nicht zu unterhalten, keinen Laerm zu machen und dem Speaker und seinem Haus jeden moeglichen und noetigen Respekt entgegenzubringen. Das taten wir selbstverstaendlich auch und machten mit Eric, der als er denn vor uns herging etwas wie ein riesiges Kind wirkte, aus, dass er uns nach 90 min wieder abholen solle. Dann ging es los. Wir standen auf als de Speaker of the House erschien und setzten uns brav wieder als sich alle setzten. Danach war es aber im Raum unter uns auch vorbei mit der Disziplin. Dort herrschte eher Stadionstimmung, allerdings hat niemanden das Spiel interessiert. Es wurde froehlich durcheinandergeredet, raus und reingegangen und eigentlich alles andere getan, als zuzuhoeren. Von der englischen Gentlemen Attitude, auf die das Ambiente des Raumes schliessen liess, war nichts zu erkennen. Nach einer halben Stunde war sowohl mir als auch meinen beiden Begleitern wirklich langweilig, weil wir aufgrund der schlechten Akustik auch kaum etwas verstehen konnten. Wir hielten aber tapfer fast bis zum Schluss aus und haben dann die letzten 5 der 90 Minuten vor der Tuer gewartet.

Eric fuehrte uns dann wieder zurueck ins Cafe. Vorbei an Gemaeldeartigen Fotos unterschiedlicher grosser Maenner der kenianischen Politik. Die Fotos wirkten etwas wie aus einem Monty Python  Sketch. Die dort gezeigten schwarzen Maennde, die sicher alle grosses fuer ihr Land gezeigt haben, trugen auf diesen Bildern die gleichen Perruecken wie ihre englischen Kollegen (weiss und schulterlang-gelockt). Diese sehen auf einem Schwarzen Haupt einfach nicht sonderlich serioes aus. Aber die Maenner auf den Bildern schienen sich zu gefallen, zeigten sie doch ein breites Grenzen, dass man von Angela Merkel nicht mal nach entscheidenden Elfmeter nach dem Argentinien-Spiel gesehen hat.

Im Cafe gab es dann auf kosten des Hauses Kaffe (Instant, aufbruehuen tut den hier niemand) und Kuchen. Uns war das schon beinahe unangenehm, aber nachdem wir sahen, dass der Kuchen wohl wirklich gut zu schmecken schien, denn in den dicken Backen von Eric verschwand ein Stueck nach dem anderen, versuchten wir ihn dann doch. Wir sassen noch einen Moment zusammen und Eric erlauterte uns, kuchenessend, viele Details zur kenianischen Politik und den Vorgaengen im Parlament.

Danach musste unser Mitbesucher aus der Botschaft leider los, allerdings zeigte sich hier die dehnbarkeit des Begriffes „gleich“. Denn der deutsche meinte damit einen Zeitraum von 5 Minuten, fuer Eric war das eher ein Fenster von 50 Minuten. Nun ja. Wir schauten uns dann noch das Mausoleum des ersten Praesidenten und die Bibliothek an und Eric zeigte uns noch den alten Sitzungssahl und was die Lampen in den unterschiedlichen Farben dort alles signalisierten. Was soll man also sagen. Wir hatten einen wirklich netten und interessanten Nachmittag im Parlament Kenias und haben einen wirklichen Einblick erhalten. Ach ja das Kenianische Zeitverstaendnis hate gewonnen. Anderthalb Stunden nach der ersten Erwaehnung des Wortes „gleich“ verliessen wir das Parlament.

Kategorien: Leben in Nairobi