Sicher werde ich mich langweilen, wenn ich am wieder am taeglichen Verkehrsgeschehen in Deutschland teilnehmen muss. Hier ist das alles wirklich aufregend. Zunaechst einmal ist es ja offensichtlich, dass man als Kontinentaleuropaer total gewohnt ist erst nach links und dann nach rechts zu schauen. Das kann man hier auch machen, wenn man aber dabei schon den ersten Schritt auf die Strasse tut, dann hat man vielleicht auch den letzten Schritt irgendwohin getan!! Zum Linksverkehr kommt noch die Tatsache, dass Fussgaenger hier nicht unbedingt zu den geschuetzten Arten gehoeren und man also nicht wirklich mit Ruecksicht rechnen darf. Man muss sich also stets bewusst sein, dass man das Schwaechste Glied in dieser Kette ist. Auch sind Ampelfarben eher ein nettes Symbol, als das sie tatsaechlich etwas steuern wuerden. Ueberhaupt sind Lichter, ob Scheinwerfer oder Blinker hier eher selten anzutreffen, bzw. selten in funktionstuechtigem Zustand. Lieber investiert man sein Geld in einen netten Teppich fuer das Amaturenbrett oder in nen dicken „Driving with God“ Aufkleber. Die Autofahrer sind hier wirklich ruecksichtslos und Karrenschieber (man sieht hier ueberall Menschen, die Karren ziehen ziehen und schieben) werden auch schonmal „sanft“ angestossen, wenn sie dem Auto oder Matatufahrer in die Quere laufen. Es ist also auffallend, dass es so gut wie kein Auto ohne Beulen, Kratzer oder Dellen gibt.
Bei Regen wird das Abenteuer Verkehr durch die Mischung aus fehlendem Profil der Reifen, schmieriger Strasse und schlechter Kanalisation, die das Wasser nicht abtransportieren kann ergaenzt Das fuehrt dann dazu, dass Menschen, die nach der Arbeit 20 Minuten nach Hause fahren muessten, gleich nochmal ne Stunde laenger in der Stadt bleiben, weil verkehrstechnisch ohnehin nix geht. Aber es regt hier Niemanden so richtig auf, denn „This is Africa“.
Ja so laeufts bzw faehrt es hier. Und ich werde, wenn ich heimkehre wohl stets warten, bis ein Auto wirklich nahe ist, um dann im letzten Moment noch ueber die Strasse zu springen. Sonst macht es ja keinen Spass.